Den tatsächlichen Weg zerlegen
Beginne mit dem Bahnhof, an dem du umsteigen sollst. Ein Wechsel auf die andere Seite desselben Bahnsteigs unterscheidet sich deutlich von einer Verbindung über eine Unterführung, mehrere Ebenen und einen langen Querbahnsteig. Öffne den Stationsplan und suche nicht nur die Gleisnummern, sondern auch die Zugänge dazwischen. Ein Aufzug kann an einem anderen Bahnsteigende liegen als die Treppe, die der Routenplaner scheinbar voraussetzt.
Rechne außerdem mit dem Aussteigen selbst. Wer am hinteren Ende eines langen Zuges sitzt, steht nicht mit dem Öffnen der Türen schon am nächsten Aufgang. Mit zwei Taschen kostet auch das Zusammennehmen des Gepäcks Zeit. Packe deshalb so, dass du alles in einem Gang tragen kannst, ohne Gegenstände unbeaufsichtigt zurücklassen zu müssen.
Puffer und Wartezeit erfüllen verschiedene Aufgaben
Wähle die Umsteigezeit anhand deiner Gehgeschwindigkeit, des Gepäcks und der Orientierung im Bahnhof. Eine feste Minutenzahl für alle Stationen wäre irreführend. Die Verbindungssuche der DB erlaubt eine längere Umsteigezeit. Vergleiche anschließend die gesamte Reise: Manchmal führt etwas mehr Aufenthalt zu einer späteren Ankunft, manchmal zu einer ganz anderen Strecke.
Plane einen Einkauf oder eine längere Toilettenpause nicht in denselben Puffer ein, den du für eine kleine Verspätung brauchst. Wenn diese Pause notwendig ist, suche bewusst einen längeren Aufenthalt. Ein Wartebereich mit Sitzplätzen kann bei einer Reise mit Kindern hilfreicher sein als die knappste theoretisch fahrbare Verbindung.
Bei reservierten Hilfeleistungen oder notwendigen Aufzügen reicht der Stationsplan allein nicht. Kläre den Ablauf mit dem zuständigen Anbieter und kontrolliere aktuelle Hinweise. Die benötigte Hilfe, ein defekter Aufzug oder ein Ersatzverkehr können den ursprünglich passenden Zeitansatz verändern.
Vor Ort eine Entscheidung treffen
Prüfe kurz vor der Ankunft die aktuellen Gleise beider Züge. Verfolge dabei die Anzeige des Anschlusses selbst und nicht nur die Verspätung deines ersten Zuges. Eine neue Gleisnummer kann den Weg verlängern, auch wenn die verbleibende Zeit auf dem Papier unverändert bleibt.
Ist der Anschluss nicht mehr vernünftig erreichbar, suche die nächste zulässige Möglichkeit und frage bei unklarer Ticketgültigkeit nach. Renne nicht mit einem schweren Koffer über Treppen, nur um einen bereits sehr knappen Plan zu retten. Notiere für die nächste Reise, welcher Weg tatsächlich nötig war. Damit wird die Wahl des Puffers beim nächsten Besuch konkreter als eine allgemeine Empfehlung.



